Über uns
Suchtmittelübergreifende Selbsthilfegruppe
1. Das Konzept
Unser Fokus liegt nicht auf dem Suchtmittel, sondern auf der Sucht-
struktur. Ob Alkohol, THC, Glücksspiel, Medien oder Medikamente
Uns eint das Erleben von Kontrollverlust und der Wunsch nach Veränder-
ung. Wir lernen voneinander, dass die Mechanismen der Sucht
(Trigger, Scham, Rückfallmuster) universell sind. Das Erkennen der
Mechanismen fördert das Verständnis für die gemeinsamen psychischen
Ursachen.
2. Die Brückenfunktion (Übergangsphase)
Viele von uns scheitern an der hohen Hürde der "sofortigen, totalen
Abstinenz", die in klassischen Selbsthilfegruppen oft eine Voraussetzung
ist. Wir schließen die Lücke zwischen dem aktiven Konsum und der
stabilen Abstinenz. Unsere Gruppe fungiert als Motivationsverstärker.
Menschen die ihre Not zwar spüren aber noch nicht im Prozess der
Suchtmittelverweigerung angekommen sind, kommen für unsere Gruppe
infrage.
3. Das Sicherheitskonzept: "Abend-Nüchternheit"
Um einen geschützten Raum für uns Alle zu gewährleisten, gilt eine klare
Regel. Wer Heute teilnimmt, muss Heute nüchtern / clean sein.
Wir sind in diesem Moment ein „Safe Space“, denn die Regel stellt sicher,
dass die Kommunikation klar, respektvoll und fokussiert bleibt. Für Uns
soll es zudem ein Erfolgserlebnis sein, den Termin der Gruppe clean und
nüchtern zu erreichen. Es ist auch ein Training für die Willenskraft in
einem kontrollierten Zeitrahmen. Eine Teilnahme ohne die Erfüllung
dieser Voraussetzung ist nicht möglich!
4. Entstigmatisierung
Die Hemmschwelle, eine Gruppe zu besuchen, in der man "noch nicht
perfekt" sein muss, ist deutlich geringer. Dies führt dazu, dass wir uns
früher Hilfe suchen, anstatt erst am "persönlichen Tiefpunkt" in das
Hilfesystem einzusteigen. Wir verstehen uns in der Gruppe im Prozess
eines Überganges und auf dem Weg in stabilere Versorgungsformen
(oder Langzeitabstinenz), wenn gewünscht. Es ist und wird aber niemals
Voraussetzung für die Teilnahme hier in der Gruppe sein.
Selbsthilfegruppe Rueckenwind